Press release - Overview report on deforestation-free supply chains for climate action

Berlin, 22 July 2022.


Please scroll down for the German version.


Deforestation-Free Supply Chains for Climate Action: Overview report examines effectiveness of tools and mechanisms for implementation


The available toolbox (sustainability standards, climate financing via CO2-certificates, tracking and transparency tools) allows companies to take decisive and far-reaching steps in the implementation of sustainable supply chains.


Berlin. The first overview report by Climatekos as part of a publicly funded study shows which instruments and mechanisms companies can use to address ever-increasing due diligence obligations with regard to their supply chains. In particular, certifications within the framework of sustainability standards and labels, tracking and transparency instruments as well as financial incentive mechanisms such as climate financing via CO2 pricing and trading mechanisms are examined. The background is the EU Commission's proposals for a Deforestation-Free Supply Chain Act and an EU Supply Chain Act from last year and this year. With these legislative proposals, the EU aims to minimize both human rights and labour issues as well as environmental risks, especially to avoid further deforestation. The focus here is on six products that are particularly associated with deforestation and forest degradation: Soy, beef, palm oil, timber, cocoa and coffee.


Climatekos identifies four different categories of companies with increasing requirement and ambition profiles:

1. Purely technical evidence of compliance with due diligence requirements

2. Proactive work with producers (CSR)

3. Zero deforestation commitments

4. Companies with many complex supply chains and interest in "big solutions"


Effectiveness of the toolbox from the research perspective

On the one hand, from a research perspective, it can be stated that sustainability standards, zero deforestation commitments, CSR and ESG (environmental, social and governance) principles are useful tools to avoid deforestation. On the other hand, holistic approaches (e.g., landscape-based approaches, climate-smart agriculture and villages) in particular need to be more widely implemented to further improve and increase effectiveness in corporate action. In this way, conflicting goals, such as between traditional energy production and avoided deforestation, are laid open and approaches to solutions can be identified.


Sustainability standards & labels

In general, most of the standards and labels studied address (to some degree) deforestation and supply chain issues directly or indirectly (fish products). Major challenges include the accessibility of such certification programs to smallholders and ensuring that products entering the supply chain are certified.


Transparency and tracking tools

Currently, there are no standard, widely accepted methods for capturing social and environmental impacts along the supply chain. Sustainability reporting formats are not designed to quantify and capture impacts, but rather to provide an overarching risk assessment of the occurrence of adverse impacts along the supply chain and identify potential for minimization of risks. Detailed consideration of both deforestation and human rights aspects within a standard is currently not possible. Tracking and transparency tools are used to provide scientific evidence of the occurrence of adverse environmental impacts from export production. Depending on the tool, either the extent of deforestation or the risk can be assessed.


Carbon pricing and trading mechanisms

Voluntary carbon markets and corresponding trading mechanisms are the best and most directly applicable markets and mechanisms, which can be flexibly applied or tailored to the size and needs of the companies and organizations in the corresponding supply chains. Likewise, the three mechanisms of the Paris Agreement (Art. 6.2, 6.4 & 6.8) should be able to provide financial incentives for sustainable supply chains. Bilateral mechanisms (including results-based programs) differ in that they are already established, unlike those of the Paris Agreement. In all cases, expertise in generating and trading or selling credits will need to be sourced internally or externally. Finally, the introduction of carbon taxes or GHG trading schemes in producing countries should also lead to improved consideration of upstream and downstream emissions caused both directly and indirectly by production processes. Companies with appropriate knowledge and strategies should be promising partners for sustainable and low-carbon supply chains.


The overview report can be found here (advanced online version in German only).


For further inquiries, please contact:

Robert Tippmann, robert.tippmann@climatekos.com, +493078951956

Pressemitteilung : Überblicksbericht untersucht Wirksamkeit von Instrumenten und Mechanismen zur Umsetzung


Berlin, den 22. Juli 2022.


Der verfügbare Instrumentenkasten (Zertifizierung, Klimafinanzierung über CO2-Zertifikate, Tracking und Transparenztools) erlaubt es Unternehmen entscheidende und weitgehende Schritte in der Umsetzung von nachhaltigen Lieferketten zu gehen


Berlin. Der erste Überblicksbericht von Climatekos im Rahmen einer mit Bundesmitteln geförderten Studie zeigt, mit welchen Instrumenten und Mechanismen Unternehmen immer weiter ansteigenden Sorgfaltspflichten mit Bezug auf ihre Lieferketten entgegentreten können. Es werden insbesondere Zertifizierungen im Rahmen von Nachhaltigkeitsstandards und -labels, Tracking- und Transparenzinstrumente sowie finanzielle Anreizmechanismen wie Klimafinanzierung über CO2-Bepreisung und -Handelsmechanismen beleuchtet. Hintergrund sind die von der EU-Kommission vorgelegten Vorschläge für ein Gesetz zu entwaldungsfreien Lieferketten sowie einem EU-Lieferkettengesetz im vergangenen Jahr und in diesem Jahr. Mit diesen Gesetzesvorschlägen möchte die EU neben Menschenrechts- und Arbeitsfragen auch Umweltrisiken minimieren, v a. auch weiter zunehmende Entwaldung vermeiden. Der Fokus liegt hier auf sechs Produkten, welche insbesondere mit Entwaldung und Waldschädigung in Verbindung gebracht werden: Soja, Rindfleisch, Palmöl, Holz, Kakao und Kaffee.


Climatekos identifiziert vier unterschiedliche Unternehmenskategorien mit steigenden Anforderungs- und Ambitionsprofilen:

1. Rein technischer Nachweis der Erfüllung der Sorgfaltspflichten

2. Proaktive Arbeit mit Erzeugern (CSR)

3. Null-Entwaldungsverpflichtungen

4. Unternehmen mit vielen komplexen Lieferketten und Interesse an „großen Lösungen“


Wirksamkeit des Instrumentenkastens aus Sicht der Forschung

Zum einen kann aus Sicht der Forschung festgehalten werden, dass Nachhaltigkeitsstandards, Null-Entwaldungsverpflichtungen, CSR und ESG (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) Prinzipien nützliche Instrumente mit Hinblick auf die Vermeidung von Entwaldung sind. Zum anderen müssen zur weiteren Verbesserung und Erhöhung der Wirksamkeit im unternehmerischen Handels, aber insbesondere holistische Ansätze (z. B. Landschaftsbasierte Ansätze, klimasmarte Landwirtschaft und Dörfer) vermehrt umgesetzt werden. Dadurch werden Zielkonflikte offengelegt, wie zu Beispiel traditionelle Energieerzeugung gegenüber vermiedener Entwaldung, und Lösungswege können aufgezeigt werden.


Nachhaltigkeitsstandards & -siegel

Im Allgemeinen berücksichtigen die meisten der untersuchten Standards und Labels Entwaldung und Aspekte der Lieferkette (bis zu einem gewissen Grad), direkt oder indirekt (Fischprodukte). Zu den größten Herausforderungen gehören die Zugänglichkeit solcher Zertifizierungsprogramme für Kleinbauern, sowie die Sicherstellung, dass die Produkte, die in die Lieferkette gelangen, zertifiziert sind.


Transparenz- und Trackinginstrumente

Derzeit gibt es bisher keine konsistenten, allgemein akzeptierten Methoden zur Erfassung von sozialen und ökologischen Auswirkungen entlang der Lieferkette. Nachhaltigkeits-Berichtsformate sind nicht auf die Quantifizierung und Erfassung von Auswirkungen angelegt, sondern dienen einer übergreifenden Risikobewertung zum Auftreten schädlicher Auswirkungen entlang der Lieferkette, und der Identifizierung von Minimierungspotenzialen. Eine detaillierte Betrachtung von sowohl Entwaldungs- als auch Menschenrechtsaspekten innerhalb eines Standards ist derzeit nicht möglich. Tracking- und Transparenzinstrumente dienen der Schaffung von wissenschaftlicher Evidenz für das Auftreten von negativen Umweltauswirkungen aufgrund von Exportproduktion. Je nach Instrument können entweder Ausmaß von Entwaldung oder das Risiko bewertet werden.


CO2-Bepreisungs- und Handelsmechanismen

Die freiwilligen Kohlenstoffmärkte und entsprechenden Handelsmechanismen sind die am besten und am direktesten einsetzbaren Märkte und Mechanismen, welche flexibel einsetzbar bzw. auf Größe und Bedürfnisse der Unternehmen und Organisationen in den entsprechenden Lieferketten zugeschnitten werden können. Ebenfalls sollten die drei Mechanismen des Pariser Abkommens (Art. 6.2, 6.4 & 6.8) in der Lage sein mittels finanzieller Anreize für nachhaltige Lieferketten zu schaffen. Ähnlich sieht es bei den bilateralen Mechanismen (inkl. den ergebnisorientierten Programmen) aus, mit dem Unterschied, dass diese im Gegensatz zu denen des Pariser Abkommens bereits etabliert sind. In allen Fällen wird Expertise mit der Generierung und dem Handel bzw. Verkauf der Zertifikate intern oder extern zugekauft werden müssen. Schließlich sollte die Einführung von CO2-Steuern oder THG-Handelssystemen in Produktionsländern auch zu einer verbesserten Berücksichtigung der direkt durch Produktionsprozesse sowie indirekt verursachten Emissionen Upstream und Downstream führen. Unternehmen mit entsprechenden Kenntnissen und Strategien sollten vielversprechende Partner für nachhaltige und CO2-arme Lieferketten sein.


Der Überblicksbericht kann hier eingesehen werden.


Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Robert Tippmann, robert.tippmann@climatekos.com, 03078951956

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